Ilma Rakusa

Rakusa, Ilma
© Yvonne Böhler

Ilma Rakusa est née en 1946 à Rimavska Sobota, en Tchécoslovaquie, de mère hongroise et de père slovène. En 1951, ils viennent s'installer à Zurich et de 1965 à 1971, elle fait des études de langues slaves et romanes à Zurich, Paris et Saint-Pétersbourg. Après son doctorat en 1971, elle est assistante au séminaire slave de l'université de Zurich pendant plusieurs années. Elle y est maintenant chargée de cours depuis 1977, en parallèle de ses activités d'auteure, de journaliste et de traductrice depuis le russe, le serbo-croate, le hongrois et le français. Elle a publié plusieurs anthologies et traductions en plus de ses propres œuvres littéraires. Également membre de  l'Académie allemande pour la langue et la littérature de Darmstadt, elle vit aujourd'hui à Zurich.

www.ilmarakusa.info

Bibliographie

  • L´île, traduction de Natacha Ruedin-Royon, Lausanne, Editions d´en bas, 2016.
  • Impressum: Langsames Licht. Gedichte, Graz, Droschl, 2016.
  • Einsamkeit mit rollendem ‹r›. Erzählungen, Graz, Droschl, 2014.
  • Aufgerissene Blicke. Berlin-Journal, Graz, Droschl, 2013.
  • Autobiographisches Schreiben als Bildungsroman. Stefan Zweig Poetikvorlesung, Wien, Sonderzahl, 2013.
  • La Mer encore [Mehr Meer]. Passages de la mémoire, traduction de Patricia Zurcher, Lausanne, En bas, 2012.
  • Il mare che bagna i pensieri. Passaggi della memoria [Mehr Meer], traduction de Mario Rubino, Palermo, Sellerio, 2011.
  • Mehr Meer. Erinnerungspassagen, Graz, Droschl, 2009.
  • Durch Schnee. Erzählungen und Prosaminiaturen, Nachwort von Kathrin Rögla, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 2006.
  • Garten, Züge. Eine Erzählung und zehn Gedichte, Ottesheim, Edition Thanhäuser, 2006.
  • Love after love. Acht Abgesänge, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 2001.
  • Ein Strich durch alles. Neunzig Neunzeiler, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 1997.
  • Farbband und Randfigur. Vorlesungen zur Poetik, Graz, Droschl, 1994.
  • Jim. Sieben Dramolette, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 1993.
  • Les mots/morts. Gedichte, Zürich, Edition Howeg, 1992.
  • Leben. Fünfzehn Akronyme, Zürich, Edition Howeg, 1990.
  • Steppe. Erzählungen, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 1990.
  • Miramar. Erzählungen, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 1986.
  • Die Insel. Erzählung, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 1982.
  • Sinai. Bild-Text-Buch, Zürich, Edition Howeg, 1980.
  • Wie Winter. Gedichte, Zürich, Edition Howeg, 1977.
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Erinnerungen an Kindheit und Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg in Mitteleuropa.

Eine Kindheit und Jugend in Mitteleuropa, als dieses Mitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg gerade seine politischen und kulturellen Konturen neu eingeschrieben bekam: Ilma Rakusa geht in ihren Erinnerungen dem kleinen Mädchen nach, der Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter, deren Lebensstationen von einer slowakischen Kleinstadt über Budapest, Ljubljana, Triest nach Zürich und von da weiter ausgreifend nach Ost und West, nach Leningrad/Petersburg und Paris reichen.

Die überall Fremde, Nicht-ganz-Zugehörige findet sehr früh schon ihre Heimat in der Musik, im Klavierspielen, und, mit der Entdeckung Dostojewskijs, in der Literatur, aber auch in der Bewegung, im Unterwegssein, im Reisen. Mehr Meer geht weit über eine Nacherzählung einer Kindheit und Jugend hinaus; es ist die Beschwörung dessen, was von den vielen Lebensorten und Begegnungen bleibt: Töne und Klänge, Farben und Stimmungen, einzelne Szenen und Blitzlichter («Die Bilder, sage ich, in Ehren. Aber zuerst kommen die Gerüche.»).
In vielen kleinen Selbstbefragungen, in Dialogen, Gedichten und Erinnerungsbildern geht Ilma Rakusa ihrer Geschichte auf den Grund: der vom Vater initiierte ständige Ortswechsel, das Paradies des Meeres und der Küste in Triest und Grado, erste Küsse, erste Reisen, die Musik und die Begegnung mit den Ritualen der Ostkirche, die ersten Auslandsjahre in Paris und im damals noch sowjetischen Leningrad.
Ilma Rakusa nähert sich ihren frühen Jahren äusserst unsentimental und auch nicht mit dem Eifer der Bekennerin, dafür mit grosser Genauigkeit in einem sehr schwierigen Bereich: im Atmosphärischen, das sie mit Knappheit und Präzision erdet. In ihrem Erinnerungsband erstehen die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts im prismatischen Blick einer aussergewöhnlichen Schriftstellerin, die wie wenige in und zwischen verschiedenen Kulturen lebt.