Drehpunkt 125
Von Anfang bis SchlusZ. Was in den Buchstaben alles steckt

Das goldene Cover markiert das Jubiläum: die Schweizer Literaturzeitschrift Drehpunkt feiert sein 25. Jubiläum. Während dieser langen Zeit haben die beiden Herausgeber und Autoren Martin Zingg und Rudolf Bussmann 125 Nummern mit Literatur aus der Schweiz und aus Europa gefüllt und den Drehpunkt zu einer wichtigen Plattform der Schweizer Literatur gemacht.

Nun aber ist Schluss: mit der Jubiläumsnummer geben Martin Zingg und Rudolf Bussmann die Verantwortung ab und legen sie in die Hände eines neuen Herausgebers. Künftig wird der Basler Verleger Urs Engeler den Drehpunkt betreuen und in seinem Verlag erscheinen lassen. Ein Abschied mit Zukunft. In der letzten Nummer buchstabieren Zingg und Bussmann nochmals das gesamte Alphabet durch. Von Anfang bis SchlusZ enthält Texte von renommierten Autoren und Autorinnen zu jedem Buchstaben zwischen A und Z sowie zu den wichtigsten Satzzeichen. Eine Wundertüte an grossen und kleinen Einfällen.

Drehpunkt an der Wende

de Beat Mazenauer

Nach 25 Jahren wechselt die Herausgeberschaft bei der wichtigen Schweizer Literaturzeitschrift

Das goldene Cover markiert das Jubiläum: die Schweizer Literaturzeitschrift Drehpunkt feiert sein 25. Jubiläum. Während dieser langen Zeit haben die beiden Herausgeber und Autoren Martin Zingg und Rudolf Bussmann 125 Nummern mit Literatur aus der Schweiz und aus Europa gefüllt und den Drehpunkt zu einer wichtigen Plattform der Schweizer Literatur gemacht.

«Wenn Sie Literatur vom Feinen mögen, sind Sie hier richtig. Die Schweizer Literaturzeitschrift präsentiert Texte prominenter und unbekannter Autoren aus der Schweiz, aus Europa, aus der ganzen Welt. 1968 gegründet, gilt sie als wichtige Plattform im Schweizer Literaturschaffen.» Mit diesen Worten werden die Besucher der Homepage www.dreh-punkt.ch empfangen. Dass diese Worte kein leeres Versprechen darstellen, dafür haben die beiden Herausgeber seit 25 Jahren gesorgt und mit Heften wie dem über Henri Michaux (Nr. 111), Performative Texte (Nr. 117) oder Texte übers Reisen (Nr. 121) bestätigt. Die genannten Titel sind noch erhältlich und zu bestellen.

Nun aber ist Schluss: mit der Jubiläumsnummer geben Martin Zingg und Rudolf Bussmann die Verantwortung ab und legen sie in die Hände eines neuen Herausgebers. Künftig wird der Basler Verleger Urs Engeler, der bereits die Zeitschrift Zwischen den Zeilen herausgibt, den Drehpunkt betreuen und in seinem Verlag erscheinen lassen. Ein Abschied mit Zukunft. In ihrer letzten Nummer buchstabieren Zingg und Bussmann nochmals das gesamte Alphabet durch. Von Anfang bis SchlusZ enthält Texte von renommierten Autoren und Autorinnen zu jedem Buchstaben zwischen A und Z sowie zu den wichtigsten Satzzeichen.

In einem eigenen Beitrag zum Buchstaben D wie DREH bilanzieren die Herausgeber ihre 25-jährige Tätigkeit. Ihr Engagement bündeln sie wie folgt: «Damit auch Autoren eine Chance haben, die keine Chance haben. Damit auch Texte ein Publikum finden, die kein Publikum finden. Damit Leser auch Texte entdecken, Autorinnen entdecken, die sich nicht, und immer weniger, entdecken lassen.»

Der Band ist eine Wundertüte an grossen und kleinen Einfällen. Ulrike Draesner eröffnet mit einer Abwandlung von Genesis 1: Am Anfang war das - Pedro Lenz schliesst ab mit einer kurzen Reflexion über das Z als ZUMACHER. Dazwischen finden unterschiedlichste Buchstabenspiele und Sprachgedanken Platz. Terezia Mora appelliert an den gesunden Appetit mit ihrer Erzählung «Über das Brot», Helen Meier sinniert über das Kreuz mit dem K, Giovanni Orelli besingt das O in Orlando furioso, Peter Weber repetiert ein repetitives Reiselied, Michel Mettler berichtet von Pippin dem letzten - doch nicht zum P, sondern zum Doppelpunkt; schliesslich umgarnt Hanna Johansen den Buchstaben s - nebst anderem mehr.

Mit diesem Abschluss ist den alten Herausgebern ein schönes Abschiedsgeschenk an ihre Leser und Leserinnen geglückt, das zugleich eine gute Vorlage an den neuen Herausgeber ist. Möge es so weiter gehen.